Datensouveränität ist Chefsache – fünf Erkenntnisse
Am 7. Mai 2026 fand das zweite TelemaxX Customer Excellence Forum statt. Fünf Expertinnen und Experten beleuchteten, warum Datensouveränität für den Mittelstand längst keine Kür mehr ist.
84 Prozent der Unternehmen bewerten Datensouveränität als wichtigen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie. Aber nur die wenigsten haben entschieden, wer dafür die Verantwortung trägt – und was passiert, wenn etwas schiefgeht.
Genau das war das Thema des zweiten TelemaxX Customer Excellence Forums am 7. Mai 2026. Fünf Expertinnen und Experten lieferten keine Hochglanz-Präsentationen, sondern konkrete Zahlen, juristische Realität und operative Erfahrungen. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen – für Entscheider, die keine Zeit für Halbwissen haben.
Datensouveränität steht auf der Agenda – aber wer trägt die Verantwortung?
Prof. Dr. Jens Böcker (BÖCKER ZIEMEN GmbH) eröffnete mit einer Standortbestimmung, die nachdenklich stimmte. Seine Botschaft war klar: Datensouveränität ist für den deutschen Mittelstand keine Kür mehr, sondern strategische Notwendigkeit.
Die Zahlen aus seiner Studie:
- 84 % der Unternehmen bewerten Datensouveränität als wichtigen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie.
- 70 % sehen eine steigende Bedeutung – getrieben durch Regulierung, Cyberbedrohungen und geopolitische Verschiebungen.
- 75 % der Unternehmen beziehen ihre Softwareanwendungen aus dem Ausland und machen sich damit abhängig.
Was Unternehmen konkret fordern, ist dabei präzise: klare Regeln, wer wann auf welche Daten zugreifen darf (57 %), Datenspeicherung innerhalb der EU (41 %) und – wenn schon EU – dann am liebsten in Deutschland (79 %).
Datensouveränität ist kein abstraktes Compliance-Thema. Es ist eine operative Entscheidung, die täglich getroffen wird – ob bewusst oder nicht.
Regulierung: NIS-2 gibt die Richtung vor, nicht der IT-Leiter
Dr. Sebastian Louven (Louven Rechtsanwälte PartGmbB) zeigte, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen Unternehmen heute bereits binden – und welche Konsequenzen drohen, wenn sie ignoriert werden.
Seit Ende 2025 sind rund 29.500 Unternehmen in Deutschland verpflichtet, Cybersecurity- und Risikomanagementmaßnahmen umzusetzen. Geschäftsführer haften persönlich. Strafen können bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes betragen.
EU Data Act, Data Governance Act, Digital Markets Act: Das europäische Regulierungspaket wächst. Wer Compliance als Bürde betrachtet, verkennt, dass diese Regeln eine Richtung vorgeben, die für den Mittelstand grundsätzlich richtig ist: Kontrolle zurück ins Unternehmen, Abhängigkeiten reduzieren, Verantwortung klar zuordnen.
Die Frage ist nicht, ob man sich anpassen muss. Die Frage ist, wer die Entscheidung trifft und wann.
KI im Unternehmen: Was zwei von vierzehn Unternehmen besser machen
Prof. Dr. Markus Westner (OTH Regensburg) lieferte einen der aufschlussreichsten Beiträge des Abends – mit Daten aus einer laufenden Interviewstudie mit 34 CIOs und IT-Verantwortlichen aus dem deutschsprachigen Raum.
Das Bild, das er zeichnete: Der Großteil der Unternehmen experimentiert mit KI – aber nur die wenigsten können nachweisen, was sie davon haben. In seiner Stichprobe konnten lediglich 2 von 14 Unternehmen einen Produktivitätsgewinn durch KI mit harten Zahlen belegen.
Woran liegt das? Nicht an der Technik. Die Werkzeuge sind vorhanden. Es fehlt das strategische Zielbild. Unternehmen rollen KI-Tools aus, weil der Microsoft-Vertrag bereits da ist – nicht weil sie wissen, welches Problem sie damit lösen wollen.
Die vier Kriterien der erfolgreichen Unternehmen aus seiner Studie:
- Ein klares Zielbild vor der Einführung
- Das richtige Werkzeug für die richtige Aufgabe – nicht das erstbeste
- Befähigte Mitarbeitende, die es tatsächlich nutzen
- Eine Führungsebene, die es sichtbar vorlebt
Und die größte Herausforderung bei der KI-Einführung? Weder Technologie noch Budget – sondern fehlende Akzeptanz bei Mitarbeitenden (53 %) und schlechte Datenqualität (47 %).
Praxisbeispiel innovaphone: Cloud-Strategie beginnt mit der Partnerfrage
Bernd Riedl (innovaphone AG, Head of Cloud Services) brachte einen Erfahrungsbericht mit, der zeigt, wie sich Cloud-Strategie in der Praxis entwickelt. innovaphone betreibt ein eigenes UCaaS-Angebot und stand vor der Frage, auf welcher Infrastruktur es laufen soll.
Die Antwort war pragmatisch und strategisch zugleich: Für unterschiedliche Anforderungsprofile wurden bewusst verschiedene Plattformen aufgebaut – kostenoptimiert für standardisierte Szenarien, leistungsoptimiert für komplexe Umgebungen.
Was bei der Wahl des Infrastrukturpartners den Ausschlag gab? Hohe Servicequalität, ein deutsches Unternehmen ohne Drittstaatenrisiko und eine Partnerschaft auf Augenhöhe.
Cloud-Erfolg entsteht nicht im Deployment. Er entsteht im täglichen Betrieb – durch verlässliche Schnittstellen, klare Verantwortung und operative Unterstützung, die wirklich greift.
Das TelemaxX Versprechen: Souverän verbunden
Den Abschluss übernahm Vitus Greifenegger, CCO bei TelemaxX, mit einer direkten Antwort auf das, was der Abend deutlich gemacht hatte.
Was der Markt fordert, ist keine Raketenwissenschaft: Unabhängigkeit von Hyperscalern, strukturelle NIS-2-Konformität, eine Hybrid-Cloud ohne Vendor-Lock-in, Datenhaltung in Deutschland. TelemaxX hat genau darauf gebaut – nicht als Software-Versprechen, sondern als physische Infrastrukturwahrheit.
Drei Säulen echter Souveränität:
Glasfaser. 2.400 km eigenes Netz in Baden-Württemberg, direkte Anbindung ohne Zwischennetzbetreiber, redundante Trassenführung für maximale Verfügbarkeit.
Rechenzentrum. Vier eigene Standorte in Karlsruhe, ISO 27001 zertifiziert, physischer Zugang nur durch autorisiertes Personal.
Cloud. Eigene Infrastruktur auf OpenStack-Basis, vollständig unter deutschem Recht betrieben. Kein US-Cloud-Act, keine Hyperscaler-Abhängigkeit. Public, Private und Hybrid möglich.
Der entscheidende Unterschied: Der Datenfluss verlässt niemals die Infrastruktur von TelemaxX. Vom Glasfaserkabel im Kundenkeller bis zum Rechenzentrum in Karlsruhe liegen die Schlüssel bei uns – physisch, rechtlich und operativ.
Was dieser Abend gezeigt hat
Datensouveränität ist keine IT-Entscheidung. Sie ist eine Managemententscheidung – und sie duldet keinen Aufschub mehr.
Die Kombination aus steigendem Regulierungsdruck, wachsenden Cyberrisiken und zunehmender Abhängigkeit von ausländischen Plattformen erzeugt Handlungsdruck, dem mittelständische Unternehmen nicht ausweichen können. Die gute Nachricht: Es gibt Antworten. Konkrete, überprüfbare, rechtssichere.
Wie souverän ist Ihre IT heute aufgestellt? Sprechen Sie direkt mit uns – ohne Ticket, ohne Warteschleife. Ein Ansprechpartner aus Karlsruhe, der weiß, worauf es ankommt.