Nach der EnEfG-Novelle: Deutschland muss Infrastruktur für Rechenzentren stärken

Die Novelle des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) bringt mehr Flexibilität für Betreiber von Rechenzentren und orientiert sich stärker an europäischen Vorgaben.

Nach der EnEfG-Novelle: Deutschland muss Infrastruktur für Rechenzentren stärken
  • TelemaxX fordert ganzheitlichen strategischen Blick anstelle isolierter Einzelkennzahlen
  • PUE ist wichtige Messgröße – entscheidet aber nicht allein über Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit eines Rechenzentrums
  • Deutschland braucht investitionsfreundliche Rahmenbedingungen für KI und Cloud-Umgebungen

Karlsruhe, 14. Juli 2026 – Die Novelle des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) bringt mehr Flexibilität für Betreiber von Rechenzentren und orientiert sich stärker an europäischen Vorgaben. Für die TelemaxX Telekommunikation GmbH greift die Debatte damit jedoch zu kurz. Denn wer den Ausbau digitaler Infrastruktur langfristig sichern will, sollte Rechenzentren nicht anhand einzelner Kennzahlen bewerten, sondern ihre Gesamtleistung in den Blick nehmen. Nach Auffassung von TelemaxX ist dies angesichts des steigenden Bedarfs an Rechenleistung durch KI und Cloud Computing unverzichtbar, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands langfristig zu sichern.

„Deutschland diskutiert derzeit intensiv darüber, wie energieeffizient Rechenzentren sein müssen. Das ist richtig und wichtig. Aber wir dürfen dabei nicht den Fehler machen, komplexe Infrastrukturen auf eine einzige Kennzahl zu reduzieren", sagt Jan Lange, CEO der TelemaxX Telekommunikation GmbH. „Der PUE ist ein sinnvoller Indikator – aber er entscheidet nicht darüber, ob ein Rechenzentrum nachhaltig, resilient und zukunftsfähig betrieben wird."

Mit der Novelle des Energieeffizienzgesetzes wurden unter anderem die Definition von Rechenzentren angepasst und die Anforderungen an bestehende Anlagen praxisnäher ausgestaltet. Der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness), der den Energieverbrauch eines Rechenzentrums ins Verhältnis zum IT-Energiebedarf setzt, wurde für Bestandsanlagen angepasst. Aus Sicht von TelemaxX ist dies ein Schritt in die richtige Richtung. Entscheidend werde nun jedoch sein, wie Politik und Branche die Leistungsfähigkeit moderner Rechenzentren künftig bewerten.

Neben einer hohen Energieeffizienz seien heute zahlreiche weitere Faktoren relevant: die tatsächliche Auslastung der Infrastruktur, eine hohe Verfügbarkeit, die Integration in regionale Energie- und Wärmekonzepte, der effiziente Einsatz vorhandener Ressourcen sowie die Fähigkeit, den wachsenden Bedarf an Cloud- und KI-Anwendungen zuverlässig abzudecken.

„Ein Rechenzentrum mit einem hervorragenden PUE-Wert nützt wenig, wenn es aufgrund regulatorischer Vorgaben nicht wirtschaftlich betrieben oder nicht bedarfsgerecht ausgebaut werden kann", so Lange. „Wer den Rechenzentrumsstandort Deutschland stärken will, sollte deshalb nicht immer neue Einzelvorgaben schaffen, sondern Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen."

Gerade mit Blick auf den stark steigenden Bedarf an Rechenleistung durch Künstliche Intelligenz, Cloud Computing und datenintensive Anwendungen werde die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zunehmend davon abhängen, wie schnell neue Kapazitäten entstehen können. Dafür brauche es planbare und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen sowie zügige Genehmigungsverfahren, so die TelemaxX.