Das Glasfasernetz als Goldader: TelemaxX eröffnet Stadtwerken Karlsruhe neue Umsatzquellen

Die Stadtwerke Karlsruhe standen vor strategischen Grundsatzentscheidungen: Wie gelingt es, eine Glasfaserinfrastruktur ökonomisch und pragmatisch aufzubauen und zu nutzen? Gemeinsam mit der TelemaxX haben die Stadtwerke den Schritt von „Dark Fiber“ zu einem marktfähigen Endkundenangebot vollzogen.

Das Glasfasernetz als Goldader: TelemaxX eröffnet Stadtwerken Karlsruhe neue Umsatzquellen

Dass kommunale Energieversorger ihr Portfolio durch Internet- und Telefonieangebote erweitern, ist nichts Außergewöhnliches. Der Trend geht zur Transformation zu einem innovationsfreudigen Dienstleister. Dennoch ist der Weg oft steinig: Von bürokratischen Hürden bis hin zu technologischen Unebenheiten lauern zahlreiche Hindernisse. Dessen waren sich auch die Stadtwerke Karlsruhe bewusst. Genau aus diesem Grund haben sie sich mit der TelemaxX Telekommunikation GmbH einen strategischen Partner an Bord geholt. Das Unternehmen hat beratend und operativ auf allen Schritten begleitet – und das Vorhaben zum vollen Erfolg geführt. 

Die Stadtwerke Karlsruhe standen – wie viele kommunale Versorger – vor strategischen Grundsatzentscheidungen: Wie gelingt es, eine Glasfaserinfrastruktur ökonomisch und pragmatisch aufzubauen und zu nutzen? Und wie wird es ermöglicht, Kunden über den klassischen Versorgungsauftrag hinaus ein Zusatzangebot zu machen, von dem diese langfristig profitieren?

Gemeinsam mit der TelemaxX haben die Stadtwerke den Schritt von „Dark Fiber“ zu einem marktfähigen Endkundenangebot vollzogen. Die Grundlage wurde durch ein Platform-as-a-Service-Angebot geschaffen: Die White-Label-ISP-Service-Plattform von TelemaxX.

Die TelemaxX, die im Kern Rechenzentrumsleistungen für mittelständische Kunden erbringt, hat mit der inhouse entwickelten Plattform im Zuge eines Platform-as-a-Service-Modells (PaaS) ihr Portfolio erweitert. Sie unterstützt heute kommunale Energieversorger, die über Glasfaser verfügen, bei der Transformation zu „Light Fiber“. Deren Vorteil: Sie können ein dezidiertes Angebot für Telekommunikation, Internet und IP-TV entwickeln. Dabei pflegen sie die Kundenbeziehung und behalten die volle Kontrolle über Markenauftritt, Tarifgestaltung sowie Vertrieb – somit können sie das Angebot flexibel mit bestehenden Strom-, Wasser- oder Gasprodukten kombinieren. 

Strategischer Wendepunkt: Entwicklung eines Glasfaserangebots 

Vor rund drei Jahren fiel bei den Stadtwerken Karlsruhe die Entscheidung, ein eigenes Privatkundenprodukt über das bestehende Glasfasernetz ins Leben zu rufen. Das Netz war bereits zuvor aufgebaut worden – als langfristige Investition mit langen Abschreibungszeiträumen. Dabei ging es nicht allein um die Rendite. Vielmehr steht für kommunale Versorger wie die Stadtwerke Karlsruhe der Versorgungsauftrag im Mittelpunkt: Bürgerinnen und Bürger mit leistungsfähigem Internet zu versorgen – auch dann, wenn sich das betriebswirtschaftlich erst langfristig rechnet.

 Zunächst suchten die Stadtwerke über eine Ausschreibung einen Dienstbetreiber. Parallel entstand jedoch eine weitergehende strategische Diskussion – auch unter weiteren kommunalen Gesellschaftern:

  • Warum betreibt jedes Stadtwerk im kommunalen Verbund (Nordbaden) eine eigene technische Plattform?
  • Lässt sich die Infrastruktur nicht konsolidieren?
  • Wie können kleinere und mittlere Stadtwerke wirtschaftliche Skaleneffekte erreichen?

 Denn alle wussten: Einzelne Versorger erreichen häufig nicht die Stückzahlen, die ein voll integriertes ISP-Modell wirtschaftlich tragen. Gemeinsam hingegen entsteht ein tragfähiges Volumen. Deshalb fiel die Entscheidung, das Modell grundlegend neu aufzusetzen – mit der TelemaxX als Plattformpartner.

Partnerschaft auf Augenhöhe statt Standardmodell

Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten von TelemaxX war nicht allein die regionale Verbundenheit. Von grundlegender Bedeutung waren vielmehr inhaltliche Kriterien:

  • Hohe technische Redundanz und Stabilität
  • Transparente Bandbreiten- und Tarifsteuerung
  • Flexible Geräte- und Produktkonfiguration
  • Möglichkeit zur individuellen Ausgestaltung von Rabatten und Tarifen
  • Enge Abstimmung bei technologischen Entscheidungen
  • Betrieb der Plattform in TelemaxX Rechenzentren in Karlsruhe nach höchsten Sicherheitsstandards.
  • Übernahme der Qualitätssicherung – und damit Full Service für Energieversorger. 

Während andere White-Label-Anbieter – etwa größere Marktakteure mit klar definierten Mindestvolumina – Stadtwerke bis hin zu mittlerer Größe häufig nicht unterstützen, ist das Plattformmodell der TelemaxX bewusst skalierbar angelegt. Selbst bei vergleichsweise kleinen Volumina wird es zur Verfügung gestellt. Ein zentraler Punkt ist dabei die Aggregation mehrerer Stadtwerke: Derzeit sind neben Karlsruhe auch weitere Gesellschafter Teil des Modells: Die Stadtwerke Gaggenau sind bereits an den Start gegangen, während der Roll-out für Bühl für die zweite Jahreshälfte geplant ist. Darüber hinaus ist in den nächsten Monaten auch ein Onboarding für weitere Versorger angedacht. In dieser Kombination lassen sich Investitionen in Hardware, OSS/BSS-Systeme (Operations Support Systems und Business Support Systems) wirtschaftlich schultern und Automatisierung für alle Seiten wirtschaftlich darstellen.

Implementierung: Plattform auf grüner Wiese

Im Jahr 2023 startete die gemeinsame Entwicklung. Ein Kernteam der TelemaxX – bestehend aus Software-, Internet- und Transmission-Experten – war in unterschiedlichen Phasen involviert. Architektur, Automatisierung und Serviceprozesse – all dies wurde kontinuierlich vorangetrieben. 

Auf Seiten der Stadtwerke Karlsruhe war insbesondere ein Glasfaser-Vertriebsteam intensiv eingebunden. Doch darüber hinaus kam es bei der Migration der Bestandskunden auf technische Sauberkeit an. Somit erfolgte die Übernahme der bestehenden Internetservices in drei Schritten: 

  • Übernahme der Vertrags- und Kundendaten
  • Übernahme des Managements der bestehenden ONT (Optical Network Termination, oft als Glasfasermodem bezeichnet) und Fritz!Boxen 
  • Interne Abwicklung (Wechsel des Endkundenproviders (EKP) bzw. des Anbieters der Voice-Vordienstleistung).

Auf diese Weise konnten innerhalb weniger Wochen alle Kunden unterbrechungsfrei und ohne Hardwaretausch migriert werden. 

Dass die Plattform ohne Legacy-Strukturen aufgebaut wurde, erwies sich als Vorteil und Schwierigkeit zugleich: Zwar war eine manuelle Migration unvermeidlich. Doch profitieren die Stadtwerke und ihre Kunden nun von einer innovativen, hochperformanten Lösung, die keinerlei Altlasten birgt. Zentrale Komponenten laufen hochredundant in den Rechenzentren von TelemaxX in der Region Karlsruhe.

  • OSS-Systeme sind in der Cloud-Umgebung von TelemaxX gehostet.
  • Das CRM-System läuft in einer externen Cloud – „made and hosted in Germany“.
  • Weitere Partnerlösungen, etwa im Bereich Vorleistung und Interconnection, sind integriert.

Insgesamt investierte die TelemaxX eine erhebliche Summe in Hardware, Netzkomponenten, CRM-Integration, Automatisierung und Beratung. Doch aufgrund von deren Skalierbarkeit wurde dieses Investment inhouse geschultert – seitens der Stadtwerke Karlsruhe entstand de facto anfangs kein Investment. Das Modell ermöglicht eine kundenindividuelle Preisgestaltung, während die konkrete Ausgestaltung von Produkten und Preisen flexibel in der Hand der jeweiligen Partner bleibt. Dadurch entsteht ein wirtschaftlich attraktiver Rahmen, der individuelle Preis- und Vertragsmodelle ermöglicht – unabhängig von der Anzahl der vermarkteten Anschlüsse.

Somit hat die TelemaxX im Zuge des Piloten mit den Stadtwerken Karlsruhe etwas Einzigartiges aufgebaut: Mit der „White-Label-ISP-Service-Plattform“ ist ein Startschuss für eine schlüsselfertige Lösung erfolgt, mit der kommunale Energieversorger ihr Glasfaserangebot effektiv vermarkten. Das PaaS-Modell ermöglicht es, Glasfasernetze vollautomatisiert für schnelles Internet sowie Telekommunikation für Privat- und Geschäftskunden nutzbar zu machen. Zukünftig möchte die TelemaxX die Transformation von Dark zu Light Fiber weiter vorantreiben – in der Region Nordbaden und darüber hinaus.

Automatisierung und Kundenerlebnis als Hebel

Im Zuge des Rollouts mit den Stadtwerken Karlsruhe bestand bereits in der Implementierungsphase ein wesentliches Ziel in der Erhöhung des Automatisierungsgrades. Manuelle Eingriffe sollten während des Betriebs auf ein Minimum beschränkt werden. Und genau das ist gelungen. Denn heute erfolgt die komplette Customer Journey digital und automatisiert:

  • Online-Verfügbarkeitsprüfung
  • Vollständige Bestellstrecke
  • Provisionierung
  • Billing
  • Rechnungsbereitstellung im Kundenportal

Standardkundinnen und -kunden werden ohne manuelle Eingriffe aktiviert. Selbst die Konfiguration der bereitgestellten Fritz!Boxen erfolgt automatisiert. Doch nicht nur das: Auch Hardware wie Router wird zentral über Logistikpartner bereitgestellt, Rückläufer werden von diesem geprüft und wiederaufbereitet – ein Prozess, den Stadtwerke „standalone“ kaum betriebswirtschaftlich sinnvoll hätten darstellen können. Tarifwechsel, Geräteanpassungen, Kontodaten oder Zusatzoptionen sollen sich zukünftig „on the fly“ durch den Kunden im Portal steuern lassen. Für Stammdaten gilt das bereits heute. Auch IPTV-Optionen – unter anderem über waipu.tv – sind integriert: Damit wird es auch ermöglicht, relevante Kriterien im Kontext von Förderrichtlinien zu erfüllen, die Triple Play vorgeben – die Bündelung von Internet, Festnetz-Telefonie und IP-TV in einem einzigen Tarif. 

Messbarer Mehrwert: Effizienz und Skalierung

Der hohe Automatisierungsgrad führt zu spürbaren Effizienzgewinnen bei den Stadtwerken Karlsruhe, die damit den vollen Mehrwert aus der implementierten Lösung ziehen:

  • Keine manuelle Bearbeitung von Standardbestellungen
  • Vollständige Automatisierung der Customer Journey
  • Reduzierter operativer Aufwand
  • Skalierbare Prozesse auch für kleinere Teams

Aktuell werden die Kapazitäten der Plattform noch nicht ausgeschöpft – dies bedeutet, dass weitere Skalierbarkeit gewährleistet ist. In den kommenden Jahren streben die Stadtwerke Karlsruhe nochmals ein deutliches Wachstum der Kundenzahl an.

Kommerziell betrachtet ist der Erfolg im Glasfasergeschäft daher langfristig zu bewerten. Doch anders als große Telekommunikationskonzerne, verfolgen kommunale Versorger neben Renditezielen auch strategische Prioritäten wie Kundenbindung und regionale Daseinsvorsorge. Unter dieser Prämisse ist das Investment bereits zum aktuellen Zeitpunkt als positiv zu bewerten. 

Technologische Vorteile 

Mit Glasfaserangeboten werden Übertragungsraten im Giga- und sogar Terabit-Bereich zur Realität. Kunden profitieren von hohen Bandbreiten im Download (bis 1.000 Mbit/s) wie auch im Upload. Das ermöglicht Privatkunden eine Nutzung, die sonst industriellen Abnehmern vorbehalten ist. Insbesondere für das Arbeiten im Homeoffice liegen die Vorteile auf der Hand. Dazu gehört auch eine Top-Stabilität: Streaming und Gaming sind unterbrechungsfrei hochverfügbar. 

Vorteile in Bezug auf Umwelt & Nachhaltigkeit:

Glasfaser sichert auch in puncto Umwelt und Nachhaltigkeit erhebliche Vorteile – dies betrifft sowohl Effekte vor Ort als auch in Bezug auf den Klimaschutz: 

  • Starke Reduzierung der elektromagnetischen Strahlung.
  • Bis zu 12 Mal geringerer Energieverbrauch im Betrieb als andere Netzarten.
  • Glasfaser ist umweltfreundlicher in der Herstellung als Kupferkabel.
  • Dadurch weniger Treibhausgasemissionen mit Glasfaser.

Michael Homann, Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe: 

„Für uns war klar: Wenn wir in Glasfaser investieren, dann wollen wir damit einen konkreten Mehrwert für unsere Kunden schaffen. Mit der TelemaxX haben wir einen Partner, der mit uns auf Augenhöhe agiert und eine Plattform bereitstellt, die technologisch modern, skalierbar und auf die Bedürfnisse kommunaler Versorger zugeschnitten ist. So können wir unseren Versorgungsauftrag digital erfüllen und gleichzeitig langfristig einen betriebswirtschaftlichen Nutzen stiften.“

Skalierbares Modell für kommunale Versorger

Das Plattformmodell adressiert gezielt mittlere und kleinere Stadtwerke, die im Wettbewerb mit großen Marktakteuren bestehen wollen. Der zentrale Unterschied: Durch Bündelung und gemeinsame Infrastruktur sinken Eintrittshürden. Investitionen in OSS/BSS, Netzüberwachung, Hardwareaggregation und Automatisierung werden geteilt, während Markenauftritt und Kundenbeziehung bei den Stadtwerken verbleiben. Die kurze Zeitspanne vom Start bis zum Onboarding erster Kunden innerhalb weniger Monate verleiht dem Ansatz einen entscheidenden Schub. Auch wenn komplexere Migrationen mehr Zeit in Anspruch nehmen können, ist das Modell gezielt auf nachhaltiges Wachstum ausgelegt.

Fazit

Mit der White-Label-ISP-Service-Plattform hat TelemaxX ein konsolidiertes Betriebsmodell geschaffen, das kommunalen Versorgern den Schritt vom reinen Netzbetreiber zum aktiven Internetanbieter ermöglicht.

Für die Stadtwerke Karlsruhe bedeutet das:

  • Höhere Prozessautomatisierung
  • Technische Redundanz und Stabilität
  • Skalierbare Plattformarchitektur
  • Erhalt der eigenen Marke und Kundenbeziehung
  • Langfristige Sicherung des digitalen Versorgungsauftrags

Der Weg von Dark Fiber zu einem voll integrierten Endkundenangebot ist komplex. Doch das hier entwickelte Modell zeigt, dass Kooperation, Aggregation und eine partnerschaftliche Plattformarchitektur neue Handlungsspielräume für kommunale Infrastrukturbetreiber eröffnen.

Über die TelemaxX Telekommunikation GmbH

Die TelemaxX Telekommunikation GmbH ist erfahrener und verlässlicher Partner für hochsichere Rechenzentrumsdienstleistungen. Seit 1999 hat sich das Unternehmen von der TechnologieRegion Karlsruhe aus zu einem bundesweit und international agierenden Spezialisten entwickelt. TelemaxX betreibt vier Hochsicherheitsrechenzentren und bietet maßgeschneiderte Lösungen für Rechenzentrumsflächen, Housing und Managed Services. Ergänzt wird das Portfolio durch klassische Telekommunikationsdienste. Mit einer eigenen flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur und langjährigem Expertenwissen ist die TelemaxX einzigartig aufgestellt, um Anforderungen an zuverlässige und performante IT-Infrastruktur zu erfüllen – in ganz Deutschland und weltweit. Mehr unter www.Telemaxx.de


Über die Stadtwerke Karlsruhe

Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH gehört zusammen mit ihrer 100-prozentigen Tochtergesellschaft, der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH, zu den großen kommunalen Versorgungsunternehmen in Deutschland. Als regionaler Energie- und Trinkwasserversorger beliefern sie die Fächerstadt und einige Umlandgemeinden mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser. Das Unternehmen versteht sich als Energie- und Lebenspartner für die Region und treibt die lokale Energiewende aktiv voran. Neben der klassischen Versorgung bieten die Stadtwerke verschiedene Wärme- und Kältedienstleistungen sowie moderne Energielösungen an. Mehr unter https://www.stadtwerke-karlsruhe.de