Digitale Souveränität für die Energiewirtschaft: VIVAVIS und TelemaxX bündeln Kräfte für den sicheren Betrieb kritischer OT-Anwendungen
TelemaxX stellt Rechenzentren, die Sovereign Cloud auf OpenStack-Basis und sichere Konnektivität für V-Stack bereit, die souveräne Betriebsplattform von VIVAVIS für OT-Anwendungen der Energiewirtschaft – Partnerschaft am 7. Oktober besiegelt
Mit NIS2 steigen für Stadtwerke und Energieversorger die Anforderungen an den Betrieb ihrer kritischen Systeme – bei zugleich knappen IT-Sicherheitsfachkräften. Damit stellt sich die Frage, wem sie diesen Betrieb anvertrauen und wo ihre Daten am Ende tatsächlich liegen. Die VIVAVIS AG und die TelemaxX Telekommunikation GmbH geben darauf mit ihrer neuen Partnerschaft eine gemeinsame Antwort: VIVAVIS verantwortet mit V-Stack Plattform, Security und Service Management, TelemaxX stellt das infrastrukturelle Fundament – Rechenzentren, Public Cloud und Netzanbindung aus eigener Hand und vollständig in Deutschland. Das Modell kommt bewusst ohne internationale Hyperscaler aus.
Besiegelt wurde die Zusammenarbeit am 7. Oktober 2026 im Rahmen eines gemeinsamen Termins: VIVAVIS-Vorstand Luis Goncalves und TelemaxX-Geschäftsführer Jan Lange bekräftigten die Partnerschaft per Handschlag.
Was V-Stack ist
V-Stack ist die souveräne Betriebsplattform von VIVAVIS für OT-Anwendungen der Energiewirtschaft. Sie bündelt Infrastruktur, Container-Plattform, Netzwerk, Identity- und Access-Management sowie zentrale Betriebs-, Monitoring- und Security-Services in einem einheitlichen, an ITIL ausgerichteten und NIS2-Anforderungen erfüllenden Betriebsmodell – für Energieversorger und KRITIS-Betreiber, die ihre kritischen Anwendungen nicht mehr über verstreute Einzelverträge, sondern aus einer Hand betreiben wollen. Erste OT-Anwendung auf V-Stack ist die Smart Grid Operation Platform (SGOP) für den Betrieb von Niederspannungsnetzen; weitere Anwendungen aus Grid, Metering, Water und weitere sollen folgen. Die Infrastruktur dafür liefert TelemaxX: Rechenzentrumsbetrieb, die TelemaxX Sovereign Cloud auf OpenStack-Basis und die sichere Anbindung der Kundenumgebungen – betrieben in eigenen, zertifizierten Rechenzentren.
Was diese Partnerschaft von anderen Angeboten unterscheidet
Der Markt kennt viele Kombinationen aus Software und Cloud-Infrastruktur – meist mit internationalen Hyperscalern im Hintergrund, deren Rechtsraum, Kostenstruktur und Verfügbarkeit sich der Kontrolle des Kunden entziehen. VIVAVIS und TelemaxX gehen den umgekehrten Weg: branchenspezifisches Betriebswissen für Energie-OT trifft auf physische Infrastruktur, die TelemaxX vollständig selbst besitzt und betreibt – von der Glasfaserleitung bis zum Rechenzentrum.
- Ein Rechtsraum: Daten, Betrieb und Haftung bleiben durchgängig in Deutschland – keine Grauzonen durch ausländische Mutterkonzerne oder den US CLOUD Act.
- Klare Verantwortung: Für den Kunden verantwortet VIVAVIS Architektur, Plattformbetrieb, Security und Service Management aus einer Hand. TelemaxX verantwortet Rechenzentrum, Cloud und Konnektivität und betreibt diese Ebene vollständig.
- Eine geprüfte Basis: ISO/IEC 27001:2022 für die Rechenzentrumsinfrastruktur (jährlich extern verifiziert), EN 50600 Verfügbarkeitsklasse 3 sowie TSI.Standard V4.5 Level 3 erweitert für das Rechenzentrum IPC-5 und EMAS sowie ISO 14001:2015 für alle vier Rechenzentren.
- Eine Infrastruktur aus einer Hand: TelemaxX kombiniert vier eigene Rechenzentren mit einem rund 2.400 Kilometer langen eigenen Glasfasernetz – ohne Abhängigkeit von Drittanbietern im eigenen Netzgebiet.
- Eine Branche im eigenen Gesellschafterkreis: TelemaxX gehört acht kommunalen Stadtwerken der Region und der Stadt Stutensee – die Energiewirtschaft ist damit nicht nur Kundin, sondern Miteigentümerin der Infrastruktur.
- Eine abgesicherte Lieferkette: TelemaxX bindet Geschäftspartner über einen verbindlichen Verhaltenskodex mit Prüfrecht und Meldepflicht für sicherheitsrelevante Ereignisse ein – im Sinne der NIS2-Anforderungen an die Lieferkette.
Was das für den Betrieb von V-Stack bedeutet
- Redundanz über mehrere Standorte: Die Applikationen laufen redundant und hochverfügbar auf der TelemaxX-Infrastruktur, verteilt auf drei TelemaxX-Rechenzentren und verbunden über redundante Netzwerkstrukturen – ausgelegt auf den Weiterbetrieb bei Ausfall eines Standorts.
- Energie, die zur Branche passt: TelemaxX betreibt seine Rechenzentren mit zertifiziertem Strom aus erneuerbaren Energien.
VIVAVIS bringt die Systeme mit, die Verteilnetze steuerbar machen, TelemaxX die Infrastruktur, auf der sie sicher, hochverfügbar und nachweisbar betrieben werden – vom Glasfasernetz bis zum Rechenzentrum. Beide Unternehmen sprechen deshalb bewusst von einer Partnerschaft – nicht von einem Lieferverhältnis.
Einordnung
Die Partnerschaft fällt in eine Phase, in der viele Energieversorger ihre IT- und OT-Betriebsmodelle ohnehin überprüfen müssen – nicht zuletzt wegen der Pflichten aus der NIS2-Umsetzung in deutsches Recht. Mit dem Marktstart von V-Stack im Oktober 2026 steht Stadtwerken und Netzbetreibern ein Betriebsmodell zur Verfügung, bei dem Anwendung, Plattform und Infrastruktur von zwei klar verantwortlichen Partnern stammen und vollständig in Deutschland betrieben werden.
Zitate
„Wer kritische Infrastruktur betreibt, kann Datenhoheit nicht dem Zufall überlassen. Mit TelemaxX haben wir einen Partner, der Rechenzentren, Cloud und Glasfasernetz selbst besitzt und betreibt – und dessen Gesellschafter überwiegend Stadtwerke sind. Auf diesem Fundament kann V-Stack den Betrieb unserer Kunden verlässlich absichern.“ Luis Goncalves, CEO VIVAVIS AG
„Stadtwerke tragen Verantwortung für die Versorgung ganzer Regionen. Diese Verantwortung braucht eine Infrastruktur, bei der klar ist, wo die Daten liegen und wer sie betreibt. Genau das stellen wir für V-Stack bereit: eigene Rechenzentren, eigenes Glasfasernetz, ein Betriebsteam in Karlsruhe. Verfügbarkeit ist für uns kein Leistungsmerkmal, sondern Grundvoraussetzung.“ Jan Lange, CEO TelemaxX Telekommunikation GmbH